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Zur Situation

 

Die Kinderwunsch-Situation war in den letzten Jahren sehr belastend; v.a. für mich. Mein Mann macht sich da nicht so viele Gedanken, er ist ein Realist und kommt meistens dann ins Grübeln, wenn ihm klar ist, dass ein Vorhaben oder Wunsch nicht klappt. Hier unterscheiden wir uns enorm: Ich durchdenke meine Wege und Ziele oftmals bis ins kleinste Detail und überlege mir, welche Steine mir in den Weg gelegt werden könnten, sodass dann etwas nicht klappt. Und ich überlege mir auch einen Plan B. Dies gilt für jede Situation - nicht nur für das Projekt Baby! 
 
Ich bin nun 28 Jahre alt. Mit 19 Jahren habe ich angefangen zu studieren und mein Vater wollte unbedingt, dass ich die Versicherungsbefreiung für die gesetzliche Krankenkasse für meine Studienzeit unterschreibe, sodass ich privat versichert bleibe. Schon damals wollte ich das nicht! Mir war klar, dass ich so enorm von meinen Eltern abhängig sein würde. Doch es half nichts; ich unterschrieb die Befreiung. 
Mit 21 Jahren lernte ich dann meinen jetzigen Mann kennen und wir heirateten 2008. Er war gesetzlich versichert, ich privat. Für eine Kinderwunschbehandlung ist dieses die ungünstigste Konstellation, da die Hauptkosten bei mir entstehen. Die gesetzliche Krankenkasse genehmigte die Kosten für meinen Mann sofort, aber meine private Krankenkasse weigerte sich. Als ich die Kostenabsage damals gelesen habe, war dieses für mich der schlimmste Moment in der langen Zeit der Kinderwunschphase! Noch nicht einmal die Diagnose, dass ich mit meinem Mann nur durch eine künstliche Befruchtung schwanger werden kann, warf mich so dermaßen aus der Bahn! In dieser Zeit stellte ich mir tausend Fragen und fiel in ein tiefes Loch: Warum ausgerechnet wir? Andere schmeißen ihre Babys aus dem Fenster oder machen eine Abtreibung... Und ich? Ich wäre eine liebende Mama und bekomme keine Kinder... Das Fass kam zum Überlaufen, als meine Freundinnen alle zur gleichen Zeit schwanger wurden. Da fühlte ich mich wie gelähmt, wollte keinen sehen und lag tagelang heulend auf dem Sofa....  
 
Wir hatten zwei Möglichkeiten: Entweder wir zahlen die Kosten komplett alleine und hätten dann sofort starten können (2011) oder aber ich mache erst einmal mein Studium zu Ende, um dann aus der privaten Krankenkasse austreten zu können. Dann könnte ich in die Familienverischerung rutschen und die Kosten würden sich enorm reduzieren. Ich war damals 26 Jahre alt. Und wir entschieden uns, das Projekt Baby zu verschieben. Ich wollte erst einmal meinen Studiumsabschluss machen und mir dann 1 Jahr Zeit nehmen, um mich ganz der Kinderwunschbehandlung zu widmen.
 
So haben wir es dann letztlich durchgezogen. Und durch diese konkrete Entscheidung gegen ein Baby mit 26 Jahren hörte das Gedankenkarrussel bei mir auch auf. Ich dachte ehrlich kein einziges Mal mehr darüber nach, warum ausgerechnet wir keine Kinder auf natürlichem Wege bekommen können. Ich freute mich für meine Freundinnen und sah es als Chance für mich, dass sie mir in diesem Punkt einen Schritt voraus waren. So kann ich vlt aus ihren Erfahrungen profitieren? Natürlich schmerzt es mich - bis heute - wenn ich eine schwangere Frau sehe. Aber die negativen Gedanken kommen nur noch selten hoch. Ich konzentrierte mich auf meinen Abschluss und machte diesen auch gut! Ein Erfolgserlebnis für mich! Nun bin ich für meine Zukunft abgesichert und das zählt in unserer heutigen Zeit viel! Zudem haben mein Mann und ich die letzten 2 Jahre voll genossen: wir sind viel verreist, haben ein neues Auto gekauft und unser Haus umgebaut. Teilweise waren wir sogar froh, dass wir noch kein kleines Kind haben. Vieles hätten wir dann sicherlich nicht so gut hinbekommen. Und mein Studium erst recht nicht! Studienkolleginnen mit Kind/ern sind noch lange nicht fertig! Dafür hat sich das Warten also wirklich gelohnt und ich bin sehr froh, dass wir damals so entschieden haben. Ein Baby um jeden Preis, das kommt nicht in Frage! Ich finde, man muss lernen, dass ein Leben nicht nur dann erfüllt und glücklich ist, wenn man Kinder hat! Das Leben bietet so viele unterschiedliche schöne Aufgaben und Perspektiven. Viele Dinge kann man evtl auch nur dann genießen und zelebrieren, wenn man eben keine Kinder hat. Dennoch wünschen wir uns welche und freuen uns unheimlich auf die kommende Zeit! In 14 Tagen geht es los!!!!!!!:-)
 
 
 

10.10.13 10:13

Letzte Einträge: Worum geht es?, Zur Situation, Stimulationsbeginn der ICSI, 1.te Woche mit einem neuen Freund: Der Stimu-Pen

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